Ještěd und seine Positionierung im Zeitalter des Kalten Krieges

Dienstag, 07.11.2023, 19 Uhr | Veranstaltung im ZfBK

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Referentin: Vendula Hnídková (Architekturhistorikerin), Moderation: Thomas A. Geisler (Direktor Kunstgewerbemuseum / Design Campus)

Ještěd ist ein Symbol – der Fernsehsender und das Hotel auf dem gleichnamigen Gipfel über Liberec stehen für den Versuch der Dominanz des Menschen über die Natur. Die Architektur, die den Gipfel des Berges überhöht, ist zu einem Manifest kühner Visionen und bahnbrechender technischer Lösungen geworden. Der einzigartige Neubau wurde mit dem prestigeträchtigen Perret-Preis ausgezeichnet und bestätigt, dass auch jenseits des Eisernen Vorhangs gestalterisch hochwertige Architektur entstehen konnte, die dem internationalen Vergleich standhält.

In diesem Jahr feiert der Bau auf dem Ještěd ein doppeltes Jubiläum: 60 Jahre seit den ersten Entwürfen des Archtektenbüros SIAL und 50 Jahre seit der Fertigstellung des Gebäudes. Der Vortrag feiert beide Jubiläen und stellt gleichzeitig Fragen zu seinem kulturellen Erbe.

Vendula Hnídková ist Architekturhistorikerin, Kuratorin und Dozentin an der Masaryk Universität in Brno. Seit 2004 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Architektur, Stadtplanung und urbanen Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihr besonderes Forschungsinteresse gilt dabei den Beziehungen zwischen Architektur und Macht. 2013 kuratierte sie die Ausstellung National Style: Culture and Politics in der Nationalgalerie Prag. Als Marie Skłodowska-Curie Individual Fellow an der University of Birmingham hat sie sich von 2018 bis 2020 dem Thema des Kulturtransfers im Projekt Idea, Ideal, Idyll: Garden Cities in Central Europe 1890s-1930s gewidmet. 2022 wurde in der Kunsthalle Prag die von ihr konzipierte Ausstellung The Zenger Transformer Station. Electricity in the City, Electricity in Architecture eröffnet und mit einer Publikation begleitet. Von 2023 bis 2026 wird sie gemeinsam mit Richard Kurdiovsky von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften das Projekt “Invisible Agents” in Architecture (1908-38). Policies, Principles, and Projects in Central European Ministries of Public Works.

Moderiert wird der Abend vom Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Thomas A. Geisler.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Tschechisch-Deutsche Kulturtage


Eine Veranstaltung des ZfBK in Kooperation mit der Euroregion Elbe/Labe und dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.