VORTRAG & GESPRÄCH Neue Räume nach 1945

Mittwoch, 12.08.2026 | 19:00 Uhr | ZfBK im Kulturpalast

Im Rahmen der Ausstellung „Platz finden“

Dr. Alexandra Klei, Architekturhistorikerin, beleuchtet in einem Vortrag und einem anschließenden Gespräch mit Matthias Horst, Architekt, die Situation der jüdischen Gemeinden nach 1945:

Nur wenige und dabei sehr kleine Jüdische Gemeinden existierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der SBZ/DDR. Sie alle mussten, neben zahlreichen anderen Aufgaben, zunächst wieder einen Raum finden. Dies geschah auf vielfältige Weise: In Dresden entstand eine Synagoge am Standort eines zerstörten Friedhofbaus, in Erfurt auf dem Areal ihres zerstörten Vorgängers. In Leipzig und Ost-Berlin nutzten die Gemeinden erhaltene Synagogen weiter, in Halle wurde ein vormaliges Friedhofsgebäude umgenutzt, in Karl-Marx-Stadt wurde der einzige Neubau eines Gemeindehauses umgesetzt. In Magdeburg zog die Gemeinde in eine Villa ohne Beziehung zu jüdischer Geschichte und in Schwerin in erhaltene Gemeindehäuser. In Görlitz existierte dagegen noch eine Synagoge, die nicht gebraucht wurde, weil keine jüdischen Menschen mehr zurückkehrten.

Moderation: Torsten Birne

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Über die Ausstellung:

Die Ausstellung „Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“ sucht einerseits nach dem Platz, den Synagogen in ihren Heimatstädten vor der Shoah gefunden hatten. Andererseits betrachtet die Ausstellung, welchen Platz sie heute einnehmen.

Die vorgestellten Synagogen spiegelten auch das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinden in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz wider – mal waren sie prachtvoll und prominent im Stadtzentrum gelegen, mal eher zurückhaltend ausgestattet und in Seitenstraßen angesiedelt. Die Architektur der Sakralbauten folgte meist den aktuellen Strömungen, entweder des Historismus oder später der Moderne. Teils verwies sie „orientalisierend“ auf den Ursprung der Religion.

Die Ausstellung stellt die Synagogen u. a. anhand von Modellen dar, die teils  zum ersten Mal gezeigt werden. Darüber hinaus werden virtuelle Modelle der Synagogen in Leipzig und Plauen präsentiert, die von der TU Darmstadt digital rekonstruiert wurden.

Eine künstlerische Perspektive auf das Thema liefert eine Installation der Dresdner Künstlerin Susan Donath. Sie zeigt im ZfBK eine Wandarbeit aus ihrem Werkzyklus ‚Die Bilder kommen zurück‘. Dieser beschäftigt sich mit der Auslöschung jüdischer Gebäude aus den Bildprogrammen deutscher und tschechischer Städte im Nationalsozialismus: Dresden – Bautzen – Liberec – Ústí nad Labem.

Alle Arbeiten in der Ausstellung verbindet der Versuch, einen Verlust präsent zu halten und in eine lebendige Gegenwart und Zukunft einzubringen. Platz finden bleibt eine Aufgabe.

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