VORTRAG & DISKUSSION Die Shoah & die DDR: Jüdische Stimmen im staatlichen Antifaschismus

Dienstag, 25.08.2026 | 19:00 Uhr | ZfBK im Kulturpalast

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, im Rahmen der Ausstellung „Platz finden“

In der DDR war die Geschichte ein streng reguliertes Feld. Auch der staatlich forcierte Antifaschismus ließ, so die Annahme, kaum Spielräume für abweichende Narrative. Wie konnten daher jüdische Verfolgungserfahrungen und antifaschistische Überzeugungen unter staatssozialistischen Vorzeichen verhandelt und artikuliert werden? Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus?

In seinem Vortrag geht der Historiker Dr. Alexander Walther diesen Fragen nach und fokussiert sich besonders auf die materiellen Hinterlassenschaften jüdischen Kulturerbes in der DDR, u.a. die Synagogen und Friedhöfe.

Alexander Walther studierte an der Universität Jena Geschichte und Englisch für das Lehramt. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Jena und Erfurt und ist seit 2023 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz im Projekt „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“.

Veranstaltung in Kooperation mit:

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Über die Ausstellung:

Die Ausstellung „Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“ sucht einerseits nach dem Platz, den Synagogen in ihren Heimatstädten vor der Shoah gefunden hatten. Andererseits betrachtet die Ausstellung, welchen Platz sie heute einnehmen.

Die vorgestellten Synagogen spiegelten auch das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinden in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz wider – mal waren sie prachtvoll und prominent im Stadtzentrum gelegen, mal eher zurückhaltend ausgestattet und in Seitenstraßen angesiedelt. Die Architektur der Sakralbauten folgte meist den aktuellen Strömungen, entweder des Historismus oder später der Moderne. Teils verwies sie „orientalisierend“ auf den Ursprung der Religion.

Die Ausstellung stellt die Synagogen u. a. anhand von Modellen dar, die teils  zum ersten Mal gezeigt werden. Darüber hinaus werden virtuelle Modelle der Synagogen in Leipzig und Plauen präsentiert, die von der TU Darmstadt digital rekonstruiert wurden.

Eine künstlerische Perspektive auf das Thema liefert eine Installation der Dresdner Künstlerin Susan Donath. Sie zeigt im ZfBK eine Wandarbeit aus ihrem Werkzyklus ‚Die Bilder kommen zurück‘. Dieser beschäftigt sich mit der Auslöschung jüdischer Gebäude aus den Bildprogrammen deutscher und tschechischer Städte im Nationalsozialismus: Dresden – Bautzen – Liberec – Ústí nad Labem.

Alle Arbeiten in der Ausstellung verbindet der Versuch, einen Verlust präsent zu halten und in eine lebendige Gegenwart und Zukunft einzubringen. Platz finden bleibt eine Aufgabe.

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