Die Synagoge in Plauen bestand nur acht Jahre. Entworfen vom Architekten Fritz Landauer und eingeweiht 1930, war sie ein Neuling im gründerzeitlichen Umfeld. Nicht nur folgte die Form dem aktuellen Neuen Bauen. Gebaut wurde ein neuer Typus jüdischer Sakralarchitektur. Die Synagoge wurde 1938 zerstört.
Übrig blieb nur eine Mauer. Sie stützte lange einen Hang, wurde identifiziert, unter Schutz gestellt und kürzlich freigelegt. Eine Bruchstelle, ein Gedenkort.
Ein Gespräch mit Gerd Naumann, Historiker, Museologe i.R., langjähriger wiss. Mitarbeiter am Vogtlandmuseum Plauen, und Stefan Dähne, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Gebietsreferent Plauen über neue Synagogen, die Moderne und ein Denkmal.
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Über die Ausstellung:
Die Ausstellung „Platz finden. Zur Sichtbarkeit jüdischen Bauens in Sachsen“ sucht einerseits nach dem Platz, den Synagogen in ihren Heimatstädten vor der Shoah gefunden hatten. Andererseits betrachtet die Ausstellung, welchen Platz sie heute einnehmen.
Die vorgestellten Synagogen spiegelten auch das Selbstbewusstsein der jüdischen Gemeinden in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Görlitz wider – mal waren sie prachtvoll und prominent im Stadtzentrum gelegen, mal eher zurückhaltend ausgestattet und in Seitenstraßen angesiedelt. Die Architektur der Sakralbauten folgte meist den aktuellen Strömungen, entweder des Historismus oder später der Moderne. Teils verwies sie „orientalisierend“ auf den Ursprung der Religion.
Die Ausstellung stellt die Synagogen u. a. anhand von Modellen dar, die teils zum ersten Mal gezeigt werden. Darüber hinaus werden virtuelle Modelle der Synagogen in Leipzig und Plauen präsentiert, die von der TU Darmstadt digital rekonstruiert wurden.